|
Wo kommst Ihr her? Frankenberg bei Brennberg
Und was macht Ihr so in Eurem Ritteralltag und was im wirklichen Leben? Normalerweise haben wir mit den Rittern nichts zu tun. Wir machen lange Ausritte, mehrtätige Wanderritte immer der Nase nach und ansonsten mache ich Marketing und Mediengestaltung.
Wie kamt Ihr zu Ekkelins Knecht? Wir haben uns Ralph Traunbauer (im Film der „Stumme Hinz“) aufgedrängt, der uns von den Dreharbeiten erzählt hatte. Da war für uns klar, wir wollen auch mitmachen. Damit ich wusste ob meine Stute auch Nahkampf geeignet ist, haben wir ihr "Ritterkleider" (Stalldecke) angezogen und die Schwerter klirren lassen. Der Shamany hat’s nichts ausgemacht - aber mir ist ziemlich schnell der Arm lahm geworden.
Welche Rollen hattet Ihr bei Ekkelins Knecht? Einmal waren wir Ritter bei den Nürnbergern, einmal haben wir einen Kaufmannszug bewacht und einmal waren wir Stallbursche und schönes, braves Pferd.
Bei wieviel Drehs ward Ihr dabei? Insgesamt an 5 Drehtagen.
Wie war es für euch in der Maske? Die schlechten Zähne waren der Bringer. Schade nur, dass sie nicht allzu lange halten. Die dreckigen Fingernägel hab ich schon vom Stall mitgebracht, da musste dann nicht mehr viel gemacht werden…
Was hat man Euch zum Anziehen verpasst? Gestaunt hab ich nicht schlecht, was so ein Ritter alles an Klamotten anhatte. Nach der vierten oder fünften Lage war ich so bewegungsunfähig, dass ich anfangs ohne Hilfe nicht mehr aufs Pferd kam. Eine schreckhafte Bewegung von Shamany und ich hing einmal so in den Seilen, dass ich bestimmt eine Minute lang gekämpft hab, nicht runter zu fallen. Ich hing seitlich am Pferd, und das drehte sich im Kreis. Das war krass. Ich hab’s dann geschafft mich wieder in den Sattel zu hieven. Ausserdem waren die Klamotten alles andere als geeignet für Drehs im Hochsommer. Ich hab so geschwitzt, dass die unteren drei Lagen tropfnass waren. Ich bin fast in die Knie gegangen.
Was hat Dir/Euch besonders gut gefallen bei den Dreharbeiten? Dabei sein, Filmluft schnuppern. Anfangs war es total spannend für mich, weil mein Araber nicht gerade starke Nerven hat. Zuerst hat sie uns regelmäßig in den Büschen geparkt, nach einiger Zeit hat Shamany aber dann das Wort des Regisseurs („noch mal!“) schon gekannt und sich von selber in Startposition begeben. Den Hinterhalt Ekkelins haben wir so oft schweigend wiederholt, dass die Pferde auf die Ekkeliner, die aus dem Gebüsch gestürmt kamen, gar nicht mehr reagiert haben.
Was war am spannendsten? Die Bewachung des Kaufmannszugs war für uns zwei die größte Geschichte, weil hinter uns ein Baum gefällt werden sollte und ich nicht abschätzen konnte, wie Shamany darauf reagiert. Als es dann tatsächlich hinter mir krachte, machte Shamany einen Satz nach vorne auf den Wagen vor mir zu, aber das war dann schon alles. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie seitlich ausbrechen würde.
… und am aufregendsten? Eine Verfolgungsjagd im Galopp den Berg rauf. Wir waren zwei Reiterinnen und galoppierten ziemlich rasant hintereinander her. Unser Auftrag war, die Gegner, die uns in Quere kommen, zu erledigen. Wir sind also mit "stummen Kampfgebrüll" (weil wir ja Mädels sind) und gezückten Schwertern den Berg rauf galoppiert. Mit jeder Wiederholung sind unsere Pferde heißer geworden und nach der dritten oder vierten Klappe war schon klar, dass der Bremsweg nicht mehr kalkulierbar ist.
… und am langweiligsten? Der Dreh in Landshut mit dem toten Hahn. Shamany war den ganzen Tag an einem Strauch angebunden und ich musste ein fremdes Pferd halten.
… und am schlimmsten? Die kleinen Mücken, die uns während der Bewachung des Kaufmannszugs malträtierten. Als wir uns am Ende des Drehtags aus unseren Klamotten geschält haben, haben wir ausgesehen wie Streußelkuchen.
Warst Du bei der Vorpremiere? Ja. Das war so aufregend und spannend, endlich das Ergebnis von einem Jahr Arbeit zu sehen. Es gab natürlich ein riesiges Hallo beim Wiedersehen. Ich hab mich wie in einer großen Familie gefühlt und hätte am liebsten alle zusammen umarmt. Erstaunlich, wie groß das Gefühl des Zusammengehörens ist, obwohl wir ja nur ein paar Tage miteinander erlebt hatten.
Wie hat Dir der Film gefallen? Sehr gut, aber ich war skeptisch, was meine Familie dazu sagen würde. Aber die war total begeistert. Bei der Henkerszene musste ich allerdings den Kindern auf ihren Wunsch die Ohren zuhalten.
Was ist für Dich das spezielle Highlight im Film? Mein persönliches Highlight war natürlich die Szene mit dem Baum. Das dann direkt von hinten zu sehen, das war schon toll.
Bei welchen Szenen warst Du von der Umsetzung überrascht? Es waren einige Szenen dabei, die mir unter die Haut gegangen sind. Als Heiner die Agnes errsäuft, die im wirklichen Leben seine Schwester ist, als der stumme Hinz am Strick baumelt oder die Henkerszene allgemein, das hab ich so krass empfunden, dass es mir selber weh getan hat. Der Film hat eine große Bandbreite an Gefühlen bei mir ausgelöst. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Und wie war das Gefühl, sich selbst im Kino zu erleben? Ganz komisch, zu wissen, dass man jetzt für die nächsten Jahre konserviert ist und von vielen Menschen angeschaut, vielleicht sogar wahrgenommen wird. Aber das macht auch stolz, wenn die Kinder erzählen, dass die Mama im Kino kommt.
|